chanukka

Acht Fakten über Chanukka Jüdisches Leben in Erfurt

Seit Sonntagabend leuchten auf dem Fischmarkt wieder die Chanukkalichter und bereichern die feierliche Stimmung. Bis nächsten Montag kommt Abend für Abend ein weiteres Licht dazu. Der religiöse Kontext von Chanukka und Weihnachten mag zwar unterschiedlich sein, dennoch gibt es jede Menge Gemeinsamkeiten.

 

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Der Tempel, wie er ausgesehen haben könnte. Foto: gemeinfrei

Fakt 1
Chanukka bedeutet übersetzt „Einweihung“. Das jüdische Lichterfest ist die Feier zum Andenken an die Wiedereinweihung des Tempels in Jerusalem im Jahr 164 v. u. Z. (im jüd. Jahr 3597).

 


Fakt 2
Zur Wiederherstellung des zuvor unterbrochenen Tempeldienstes fanden die Makkabäer lediglich ein kleines Töpfchen mit Öl vor. Es brannte acht Tage lang, bis schließlich neues Öl beschafft wurde. Dieses Wunder feiert man heute während des Lichterfests Chanukka.


Fakt 3
Das Chanukkafest dauert acht Tage und beginnt nach hebräischen Kalender am 25. Kislev (der neunte Monat im jüdischen Jahr). Jeden Abend zündet man ein weiteres Licht an. Die „Chanukkia“ hat meistens neun Arme. Das zusätzliche neunte Licht dient als Feuerspender für die acht Tage des Lichterfestes. Der Leuchter erstrahlt meist in den Fenstern von jüdischen Familien.


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Die Kreisel, namens Dreidel, sind ein beliebtes Kinderspiel. Foto: Adiel-lo

Fakt 4
Ähnlich wie am Shabbat, ist an Chanukka das Arbeiten tabu. Zumindest solange die Lichter brennen. Daher sitzt zu dieser Zeit die Familie beisammen, um gemeinsam zu essen, zu spielen und zu singen.

 


Fakt 5
Das Lichterfest ist wie Weihnachten eine traditionelle Familienfeier, es findet zeitgleich in der dunklen Jahreszeit statt. Geschenke, gutes Essen, Kerzenschein und Geselligkeit sind Chanukka und Weihnachten gemein. Gänsebraten ist bei beiden Feiern eine übliche Festtagsspeise – bei Juden steht allgemein ölhaltiges Essen im Vordergrund.


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Jüdischer Weihnachtsmann? Foto: Hans Stieglitz

Fakt 6
Symbolträchtige Figuren wie den Weihnachtsmann und das Rentier Rudolf kennt das fröhliche Lichterfest nicht. Jüdische Kinder werden demnach nicht jahrelang um die Existenz eines dickbäuchigen, alten Mannes angeflunkert. Dennoch gab es in New York einmal die Idee, ein Gürteltier als jüdisches Pendant zu Santa Klaus zu etablieren. Nicht umsonst spricht man in der christlichen Diaspora von „Christmukka“.


Fakt 7
Der Erfurter Chanukka-Leuchter baute der Metallkünstler Matthias Kaiser. Bereits zum achten Mal in Folge leuchtet die Chanukkia vor dem Rathaus und repräsentiert das Jüdische Leben in Erfurt. Die Jüdische Landesgemeinde Thüringen zählt circa 800 Mitglieder.


Fakt 8
Im gregorianischen Kalender vorgeblättert: nächstes Jahr ist Chanukka beinah zur gleichen Zeit wie Weihnachten und Silvester: vom 25. Dezember 2016 bis 1. Januar 2017 jährt sich das jüdisches Familienfest.

 

Chanukka Sameach! – Ein frohes Chanukka wünscht Local Times Erfurt!

Text und Titelbild: Franziska Gutt, 09.12.2015.

 

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