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Antey – Das gepflegte „Fuck You“

Must-have! Der neue Megatrend! Der heißeste Look! Die Top Ten Styles des Sommers! Klamottenwerbung wie wir sie von Platkaten, aus Zeitschriften oder dem Fernsehen kennen. Bei dem kleinen Do-it-Yourself Modelabel Antey klingt das jedoch ganz anders: „Wir hauen denen, die es sich verdient haben, mit Antey ein gepflegtes „fuck you“ vor die Optik.“ Local Times hat sich das Erfurter Modelabel mal genauer angeschaut.

Die Fußgängerbrücke vom Schmidtstedter Ufer führt über die Gera und die Staufenbergallee direkt zum alten Güterbahnhof, der abseits des Stadtzentrums in einer fast unwirtlichen Gegend liegt. Eine staubige Pflasterstraße gesäumt von alten Lagerhallen und stillgelegten Gleisanlagen führt zu einem arg mitgenommenen Bahnhofsgebäuden. Hier hat der Zughafen seinen Stammsitz. Aber nicht nur Clueso produziert hier, sondern auch das 2009 von ehemaligen Musiker gegründete Modelabel Antey.

„Antey ist im Grunde genommen nur eine Abwandlung von Anti, was auf der Punkattitüde beruht, die wir immer noch in uns haben“, erzählt Danny Kühn, der früher Sänger und Gitarrist bei der inzwischen aufgelösten Punkband Shit lives on war. Zusammen mit seinem Bruder Heiner, der bei der nicht weniger bekannten Punkband Friends Sucks den Bass zupfte, hat er sich mit Antey Clothing einen kleinen Traum erfüllt. „Die eigenen Klamotten zu tragen, dass ist natürlich ein super Gefühl“, erzählt Danny und lacht “ Deshalb bin ich auch immer der erste, der ein neues Shirt anzieht, wenn es fertig ist.“

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Danny bereitet ein Shirt für ein Stickmuster vor.

Im Güterbahnhof hat sich das Gründertrio, das durch Tino Linnhose komplettiert wird, ein Büro und Arbeitsräume eingerichtet. Hier stehen neben einem großen Siebdruckkarussell auch einige Stickmaschinen, mit denen ihre Textilien veredelt werden. „Je nach Motiv, machen wir so zwischen 20 und 200 Stück.“ erzählt Danny. „Umso aufwendiger die Produktion ist, desto mehr müssen wir herstellen, um wirtschaftlich zu bleiben.“ Für ein kleines Unternehmen ist das ein wichtiger Punkt: wirtschaftlich sein. Von Antey allein können die drei bislang nicht leben. Die Auftragsarbeiten für ihre Zweitfirma Fatink halten sie über Wasser. Unter anderem stellen sie hier das Bandmerchandise für Clueso her.

„Ich glaube fast alle Musiker tragen diesen „Do-it-Yourself“-Gedanken in sich. Das war damals dann auch der Grund, warum wir eine eigene Firma aufziehen wollten“ meint Danny und erzählt wie ihnen die Erfahrungen aus der Zeit als Musiker zu Gute kamen. Die Kontakte waren da und das Wissen, worauf es beim Merchandise ankommt. „Am Anfang war es aber trotzdem schwer“ hakt Tino ein, „denn keiner von uns hat gelernt, wie Textilien verarbeitet werden. Wir haben immer wieder Fehler gemacht und daraus gelernt, aber das gehört dazu.“

Als die Gerätschaften für den Fatink-Betrieb im Haus waren, war das eigene Modelabel die logische Folge. Es bietet Tino, Danny und Heiner kreativen Spielraum, ihre eigenen Vorstellungen zu verwirklichen. Die Motive auf den Shirts, Jacken, Hoddies und Caps variieren vom einfachen Antey-Schriftzug bis hin zu aufwendigen und mehrfarbigen Bildern, die häufig noch mit dem Slingshot-Logo kombiniert werden. Manchmal sind sie künstlerisch verspielt wie Streetart, erinnern an Comic-Panels oder bringen mit Totenkopfmotiven die Punkattitüde zum Vorschein. Die Schriftzüge sind selbstironisch: „Antey Sucks“, „We are the End“ und „Antey – Hunted for a life of sin and excess“. Gestalterische Unterstützung bekommen die Jungs von befreundeten Künstlern, wie zum Beispiel  Phillip Janta, der das Label von Anfang an begleitet hat.

„Wir würden uns natürlich wünschen, dass Antey noch etwas bekannter in ganz Thüringen werden würde und vielleicht der ein oder andere Ladenbesitzer, auf uns zu kommt und unsere Sachen in sein Sortiment aufnimmt.“ Eine Kooperation in Erfurt gibt es schon mit dem Stifflers, dem Sport und Schuhgeschäft in der Pergamentagasse, wo es Antey schon zu kaufen gibt. „Die Antey Jungs haben uns bei unserer eigenen Collection geholfen und da war es klar, dass wir sie auch in unsere Reihen aufnehmen. Vor allem die Accessoires von Antey, also Beanies, Caps und Jute-Beutel gehen gut“, sagt Ladenbesitzer René Franke.

Eine gute Gelegenheit, um die Antey Jungs mal persönlich kennen zu lernen, ist übrigens der Hafenmarkt am 31. Mai im alten Güterbahnhof. Hier werden sie auf jeden Fall mit einem Stand vor Ort sein.

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Heiner, Danny und Tino – Die Antey-Crew

 

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