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Bürger machen Welle Dreibrunnenbad

Auf dem Erfurter Fischmarkt demonstrierten heute Bürgerinnen und Bürger für den Erhalt des Dreibrunnnenbades. Oberbürgermeister Andreas Bausewein zeigte sich sichtlich beeindruckt, von den rund 10.000 Unterschriften, die für den Erhalt des historischen Freibades gesammelt wurden und signalisierte Gesprächsbereitschaft: „Wir werden eine Lösung finden“, verkündete er.

Nachdem das Thema Dreibrunnenbad wochenlang durch die sozialen Netzwerke gegeistert war und der Dreibrunnenbad e.V. 10.000 Unterschriften gesammelt hatte, schlug die für heute angekündigte Demonstration auf dem Erfurter Fischmarkt überraschend kleine Wellen. Die Veranstalter und redenden Politiker betonten zwar immer wieder, „dass es großartig sei, heute so viele Menschen hier versammelt zu sehen“, in Wahrheit war die Demonstration aber deutlich kleiner als erwartet. Nur etwa 200 Bürgerinnen und Bürger trotzen dem kalten Wetter und protestierten mit Trillerpfeifen, Musik und Schwimmreifen unter dem Motto: „Hände weg vom Dreier, sonst gibt’s was auf die Flossen!“

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Das Dreibrunnenbad, das den Erfurterinnen seit 1888 als Badestätte dient – Männer durften hier erst seit 1902 das kühle Nass genießen -, ist von der Schließung bedroht. Da die Sanierung des Freibades mit rund 3 Millionen Euro veranschlagt wird und die Stadt in derart finanziellen Schwierigkeiten steckt, dass sie noch nicht mal einen funktionstüchtigen Haushalt für das Jahr 2016 vorliegen hat, sollte das „Dreier“ einem Verwaltungskonzept zufolge stillgelegt werden. Eine Flussschleife in der anliegenden Gera würde im Fall einer Schließung den Anwohnern eine Bademöglichkeit sichern.

Auch wenn die Demonstration wetterbedingt kleiner geriet als geplant, konnten die Veranstalter zufrieden sein. Schließlich hatte Oberbürgermeister Andreas Bausewein in die grundlegende Bereitschaft signalisiert, über den Erhalt des Bades zu sprechen. Hierfür wären jedoch Querfinanzierungen nötig. Bausewein schweben Investoren oder ein gastronomisches Gesamtkonzept zur Teilfinanzierung vor. Die Gespräche zwischen Verwaltung, den beteiligten Vereinen und der Geschäftsführerin des Dreibrunnenbades sollen bereits nächste Woche aufgenommen werden. Bausewein lobte das Engagement der Bürger:

„Ich finde es schon bemerkenswert – und das sage ich ausdrücklich – wenn für den Erhalt von bestimmten Bädern derart viele Unterschriften gesammelt werden. Allein beim Dreibrunnenbad 10.000 Unterschriften, das ist mal eine Hausnummer und die sollte man nicht ignorieren.“

Text & Fotos: Andreas Kehrer
27.04.2016

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