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Wenn die Masse das Projekt finanziert Crowdfounding

 

VisionBakery und startnext sind die beiden größten Crowdfunding-Plattformen im deutschsprachigen Raum. Beide Seiten folgen dem Prinzip des spendenbasierten Crowdfundings mit der Aussicht auf eine Gegenleistung für die Unterstützer. In der Fachwelt unterscheidet man zwischen den Begriffen donation-based (eine klassische Spende) und reward-based Crowdfunding (eine Spende, die auf einer Gegenleistung beruht). Darüber hinaus gibt es noch andere Formen der Schwarm-Finanzierung: Die finanzielle Unterstützung auf Leih-Basis und die durch Erlangen von Firmenanteilen. Beide Möglichkeiten kommen allerdings nicht auf den kommerziellen Crowdfunding-Plattformen zum Einsatz, sondern sind eher im Bereich des professionellen (Startup-)Investments anzusiedeln.

Crowdfunding made in Sachsen

Die 2010 ins Leben gerufene Homepage startnext ist Deutschlands erste und größte Crowdfunding-Plattform. Das Unternehmen wurde in Dresden gegründet und hat mittlerweile auch einen Sitz in Berlin. Das Besondere an startnext: Gründer, Initiatoren, Künstler oder Erfinder, die ihr Projekt erfolgreich über die Plattform finanziert haben, müssen keine feste Provision zahlen. Stattdessen honorieren sie startnext mit einem Betrag, der ihnen angemessen erscheint.

Anders verhält es sich auf der Plattform VisionBakery. Hier wird eine feste Provision in Höhe von 10 % der erreichten Crowdfunding-Summe fällig. Die VisionBakery ging ein Jahr nach startnext online. Auch diese Crowdfunding-Plattform hat ihren Ursprung in Sachsen – genauer gesagt in Leipzig.

Alles oder nichts!

Schwarm-Finanzierung folgt einem einfachen Prinzip: Alles oder nichts. Das bedeutet, dass die Spenden-Summe nur dann ausgezahlt wird, wenn das im Vorfeld gesteckte Ziel auch tatsächlich innerhalb einer bestimmten Zeit erreicht wurde. Ist dies nicht der Fall, gehen alle Spendensummen an die Unterstützer zurück und das entsprechende Projekt geht leer aus.

Dass Crowdfunding kein Erfolgs-Garant ist, bekam das Erfurter Startup „Louise genießt“ im Sommer dieses Jahres zu spüren. Das Geschäft für unverpackte Lebensmittel stieß zwar auf eine beeindruckende Resonanz auf Twitter, Facebook und Co., konnte sein Crowdfunding-Ziel dennoch leider nicht erreichen. Nun muss das Startup aus anderen Mitteln finanziert werden. Ob und wenn ja, wann „Louise genießt“ eröffnet wird, steht derzeit nicht fest.

All denen, die nun die Spenden-Lust gepackt hat, sei an dieser Stelle gesagt, dass derzeit kein Erfurter Projekt auf einer der großen Crowdfunding-Plattformen vertreten ist. Es wird aber sicher nicht lang dauern, bis die Hashtags #crowdfunding und #erfurt wieder die Runde in den sozialen Netzwerken machen.

 

Text: Jessika Fichtel, Fotos mit freundlicher Genehmung von Ella und dem Nordbahnhof e.V.

One thought on “Wenn die Masse das Projekt finanziert Crowdfounding

  1. In vielen Bereichen wird zwischenzeitlich auf Crowdfunding zurückgegriffen und es ist beeindruckend zu sehen, was dadurch schon für großartige Projekte realisiert werden konnten.

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