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Die PARTEI, die PARTEI, die hat immer Recht!

Die Partei, die Partei, die hat immer Recht – mittlerweile stimmt das irgendwie. Gegen die schlagfertige Satire-Partei existiert kaum ein gutes Gegenargument. Ihre Wahlversprechen bringen das Wahlvolk zum Schmunzeln. Und bei manchem satirischen Witz über den Politik-Betrieb bleibt einem das Lachen auch mal im Halse stecken. Erfurter PARTEI-Mitglieder sind mit ihren Schildern und Forderungen kaum noch von politischen Veranstaltungen wegzudenken. Bekannt geworden ist die Spaß-Propaganda durch den Titanic-Herausgeber, Heute-Show Mitglied und frischgebackenes Mitglied des Europäischen Parlaments Martin Sonneborn. Ob alles nur Spaß ist und was ein Landesdings ist, klärt Local Times im Interview.

 

LTE: Wie heißt du und wie alt bist du? 

Name: Eggs Gildo. Alter: 45, Tendenz steigend.

LTE: Du bist der Landesdings der Thüringer PARTEI. Was soll das sein? 

Dings ist alles, wo einem der Fachbegriff gerade nicht einfällt. In diesem Falle handelt es sich um den Landesvorsitzenden, also meine Funktion.

LTE: Was hat dich persönlich veranlasst, Anti-Politik machen zu wollen?

Antipolitik ist es ja gar nicht. Es ist die Fortsetzung von Politik mit populistischen Mitteln, also Politik in Reinform. In unseren Kreisen auch genannt „Moderne Turbopolitik“. Mir ist es wichtig, einen Abgeordneten wählen zu können, dem ich voll und ganz vertrauen kann. Also mir bzw. mich.

LTE: Seit wann und warum gibt es die Thüringer bzw. Erfurter PARTEIgruppe?

Nachdem von ein paar Geraer Schülern bereits 2005 ein Ortsverband in ihrer Stadt gegründet worden war, danach allerdings durch keine weiteren Aktivitäten auffiel, folgte schon 2009 der bis heute sehr aktive Ortsverband Erfurt. Gemeinsam mit den Ortsverbänden Weimar und Nordhausen wurde 2012 der Landesverband gegründet, der mittlerweile zehn Orts- und Kreisverbände vereinigt.

 

LTE: Welcher Politiker einer anderen Partei, wäre bei euch Bestens aufgehoben und warum?

In der Partei Die PARTEI sind grundsätzlich nur PARTEIpolitiker gut aufgehoben, da diese bevorzugt bzw. ausschließlich (aus Seriösitätsgründen) sich selbst wählen würden. Politiker anderer Parteien sind in ihren eigenen Reihen besser aufgehoben und dürfen uns allenfalls als Steigbügelhalter dienen. Jedenfalls solange, bis Die PARTEI nach der Machtübernahme alle anderen Parteien überflüssig gemacht hat.

LTE: Kritiker behaupten, euer Vorsitzender sei nur ein Komiker. Was entgegnen sie diesen Leuten? 

Unser Vorsitzender ist überhaupt nicht komisch. Er lacht so gut wie nie und ist sogar noch seriöser als das Merkel. Und über die kann man schon nicht lachen. Das macht ihm so schnell keiner nach.

LTE: Welches aktuelle Thema in Erfurt hätte das Potential, es auf eines euer Wahlplakate zu schaffen?

Aus Gründen wird unsere Wahlkampfstrategie natürlich noch nicht verraten. Nur so viel: Unser Hauptziel bleibt, das korrupte Lieberknechtregime zu stürzen. Darüber hinaus gilt der populistische Grundkonsens: Wir wollen, was sie wollen (wenn sie wollen, was wir wollen).

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Regionale Vorlieben sind Teil des Partei-Programms

LTE: Das „Lieberknechtregime“ zu stürzen klingt ungewohnt ernst. Was habt ihr gegen unsere traditionsreiche Landesregierung einzuwenden?

Wir fordern den Sturz des korrupten Lieberknechtregimes, weil wir denken, dass diese Forderung gerade populär ist und uns daher Stimmen im Wahlkampf bringen kann. Der Wähler muss schließlich das Gefühl bekommen, ernst genommen zu werden. Wie schon mal woanders gesagt: Wir springen auf jeden Zug bereitwillig auf!

LTE: Wofür steht das „L“ in die Partei? 

Das ist eine Fangfrage, haha. Und ich wäre fast darauf reingefallen. Ich musste nur kurz durchbuchstabieren und da ist mir nämlich aufgefallen, dass in der PARTEI überhaupt gar kein ‚L‘ nicht drin ist. Ich meine nur, ähm, Moment … P, A, R, T, E, I … nein ist wirklich keins drin. Sie Strolch!

LTE: In welcher Partei seht ihre eure größte inhaltliche Konkurrenz?

Inhalte? Wir sind angetreten, um Inhalte zu überwinden!

LTE: Die Partei hat besonders Erfolg bei den jüngeren Wählern. Mit welchen Vorschlägen wollen sie die Älteren locken? 

Bei Testwahlen und Umfragen an Schulen erzielt Die PARTEI regelmäßig zweistellige Wahlergebnisse, in Altenheimen weniger als 0 Prozent. Deshalb steht unsere Forderung nach einer Ausweitung des Wahlrechts bei gleichzeitiger Beschränkung. Wählen darf, wer zwischen 12 und 52 ist. Ältere Wähler dürfen uns trotzdem wählen, bis wir an der Macht sind, üppige Spenden und Erblasse vorausgesetzt.

LTE: Viele Erfurter fordern: Der Poller muss weg. Ist die Wiedervereinigung der Meister Eckart Straße volkswirtschaftlich zu stemmen? 

Ach wissen Sie, die Erfurter fordern so viel. Mal wollen sie Tempo-30-Taschentücher auf dem Stadtring, mal wollen sie mit dem Mallorcaflieger auf dem Domplatz landen. Wir sagen, jeder muss alles wollen können. Deshalb unser klares: Ja zum Poller, nein zum Poller! Den Rest entscheidet die ‚G´chichte‘ (H. Kohl).“

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Danke für`s Interview,

Weitere Infos unter www.die-partei.de und www.die-partei-thueringen.de

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