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Graffiti in Erfurt – Die Reportage

Seit Marion Walsmann (CDU) im Oktober 2014 erklärte, dass Erfurt ein Thüringer Graffitischwerpunkt sei, ist viel Zeit vergangen. Jetzt will sich die Stadträtin der Sache wieder annehmen. Am 1. Juli lädt sie zusammen mit dem „Stadt-Bild-Graffiti e.V“ zum 1. Erfurter Graffiti Forum ein, um Lösungen für das „eskalierende“ Problem zu finden. Gut das Local Times und Radio F.R.E.I. seit Monaten an einer Radio-Reportage zum Thema Graffiti in Erfurt gearbeitet haben, die das Thema – pünktlich zur neuen Debatte – in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt. 

— Hier geht’s zur Radio-Reportage —

Es ist geschafft, meine erste Radio-Reportage hat das Licht der Welt erblickt! 3 Monate Recherche, Interviews und Pressetermine und noch mal so lange für die Produktion. Ich sage euch, ich hätte es mir leichter vorgestellt, aber wie heißt es so schön: „Ende gut, alles gut!“ Und dass jetzt mit dem 1. Erfurter Graffiti Forum (1. Juli, 10:00, Atrium der Stadtwerke) auch noch eine Veranstaltung vor der Tür steht, die das Thema ohnehin in den Fokus rückt, macht mich umso zuversichtlicher, dass der Aufwand nicht umsonst war.

Denn im Gegensatz zum 1. Erfurter Graffiti Forum, das sich zum Ziel gesetzt hat „nachhaltige mittel- und langfristige Lösungen, für den Umgang mit dem Problem ‚illegale Graffitis‘ in Erfurt zu finden“, stellte ich mir eine vorurteilsfreie Frage: Hat Erfurt überhaupt ein Graffiti-Problem? Die Frage lag auf der Hand, denn Marion Walsmanns Ausführungen im Stadtrat, wonach das Problem zu eskalieren drohe, standen meiner subjektive Wahrnehmung gegenüber, die Erfurt – damals wie heute –  als sauber empfindet.

Ich begann also zu recherchieren und verglich die offiziellen Fallzahlen in Thüringen. Demnach ist Erfurt tatsächlich der „Thüringer Graffitischwerpunkt“. Allerdings ist das nicht sonderlich verwunderlich, da Erfurt weit und breit die mit Abstand größte Stadt ist. Sinnvoller ist der Vergleich mit anderen deutschen Großstädten, die eine ähnlich hohe Bevölkerungszahl aufweisen. Und siehe da: Erfurt ist in Sachen Graffiti nicht schlechter dran als Rostock oder Magdeburg und hat im Vergleich zu Halle sogar einen regelrecht harmlosen Graffitibefall zu verzeichnen. Die Zahlen machten deutlich, dass es Marion Walsmann war, die hier den Teufel „an die Wand malte“.

Einmal Blut geleckt, war das Thema für mich damit aber noch nicht erledigt. Unter der Fragestellung „Graffiti – ist das Kunst oder kann das weg?“, wollte ich jetzt das ganze Spektrum der Meinungen und Positionen abbilden und vor allem wollte ich Einblicke in die Erfurter Graffitiszene bekommen. Ich sprach daher mit Stadträten, Bürgern, Polizisten, Szeneaktivisten und Sprayern. Was als einfacher Radiobeitrag begann, hatte sich bald zu einer 60 minütigen Reportage (inkl. Zwischensongs) ausgewachsen, die Hintergründe beleuchtet und mein persönliches Verständnis von Graffiti grundlegend verändert hat.

An dieser Stelle möchte ich ein großes Dankeschön an die Jungs von der Kollektiven Offensive los werden, ohne die diese Reportage nicht möglich gewesen wäre! Großen Dank auch an alle weiteren Interviewpartner und natürlich auch an Stephan Drechsel, der meine Reportage in der Endproduktion zu einem richtigen Hörerlebnis gemacht hat.

Ich wünsche euch viel Spaß beim Hören und würde mich freuen wenn ihr kommentiert, wie euch die Reportage gefallen hat, was ihr gut oder schlecht fandet, bzw. was ihr persönlich von Graffiti haltet.

Euer AK

 

Songs:

  • KRS One – Out for Fame
  • Randy Crawford – Streetlife
  • City Nord – Lyrical Graffiti
  • Mayhem Laure – Got the Fever
  • Dissythekid – Kids
  • Richard Hawley – Tonight the Streets are Ours

Hintergrundmusik

  • Dissythekid – Pestizid EP

 

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