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Hooligans – Die neue SA?

Am Mittwochabend sprach Olaf Sundermeyer in der Gedenkstätte Topf und Söhne über den neuen, militanten Flügel der rechten Szene: HoGeSa. Eben jenes Bündnis gewaltbereiter Hooligans, das auch an der „Gemeinsam Stark“ Demonstration am 15. März in Erfurt beteiligt sein wird.

Seit Monaten zeichnet sich das Wiedererstarken der rechten Szene in der Bundesrepublik ab: Erst die Montagsdemonstrationen, dann die Wahlerfolge der AfD, PeGiDa und schließlich auch die radikale HoGeSa. Hinzu kommen eine Vielzahl von populistischen, radikalen oder verschwörungstheoretischen Ablegern, wie PeGaDa oder EnDgAmE. Die Mobilisierung der Rechten Szene zeigt Wirkung und spricht erschreckend viele Menschen an, wie die Debatten um Flüchtlingsunterkünfte oder der Thüringen Monitor belegen. Eine besondere Rolle in dieser Entwicklung fällt den Hooligans zu.

Mit der Flut angespült

Unter dem Titel „Hooligans als Schutztruppe der Bewegung“ stellte der Journalist und Publizist Olaf Sundermeyer am Mittwochabend in der Gedenkstätte Topf und Söhne eine drastische These auf: Hooligans sind die neue SA. Seit Jahren beschäftigt sich Sundermeyer mit Politik und Fankultur. Nicht nur als Autor auf dem Papier, sondern auch als Fan in der Kurve und inzwischen immer öfter als Beobachter bei Demonstrationen. Seit dem Jahr 2013, erklärte er in seinem Vortrag, sei eine Politisierung der Hooliganszene zu beobachten, die über Soziale Medien und das Internet angetrieben und gesteuert wird.

Was aber war 2013? Sundermeyer erklärte den knapp 150 Anwesenden in der Gedenkstätte (unter denen auch viele Polizisten waren), dass die Elbeflut 2013 ein einschneidendes Ereignis gewesen sei. Aus der ganzen Republik waren die Rechten angereist, um bei der Beseitigung der Flutschäden zu helfen. Für viele sei es ein „Dienst am Vaterland“ gewesen. Für diese ehrenamtliche Tätigkeit wurde unter anderem auch Lutz Bachmann, der spätere PeGiDa-Initiator, mit dem sächsischen Fluthelferorden ausgezeichnet. Über Facebook-Gruppen hatte Bachmann Helfer angeworben und sich ganz nebenbei mit Kameraden aus ganz Deutschland vernetzt.

Der militante Arm der Bewegung

Die Fremdenfeindlichkeit, erklärte Sundermeyer weiter, sei das Bindemittel zwischen rechtspopulistischen Bewegungen wie PeGiDa und den rechtsradikalen Hooligans. Beide würden in dem neuen, rechten Kulturkampf ihre jeweilige Funktion erfüllen. Während die Populisten in den Medien Präsenz zeigten und mit ihren Themen große Teile der Mitte der Gesellschaft erreichten, würden die Hooligans der Bewegung als Gewaltmonopol Rückhalt geben. Die Demonstrationen in Dresden seien so erfolgreich gewesen, weil Gegendemonstranten vor den radikalen Hooligans zurückschreckten. „Es gibt einen Pakt zwischen PeGiDa und den Hooligans von Dynamo Dresden.“ erklärte Sundermeyer. Die Passivität der Dresdener Polizei habe die Bewegung zusätzlich stark gemacht.

„HoGeSa ist der radikale und militante Arm der neuen rechten Bewegung und was passiert, wenn man den Hooligans keine Grenzen zieht, haben wir am 26.10. in Köln gesehen.“ sagte Sundermeyer und sprach damit vor allem die Polizisten im Saal an. Etwa 4800 Hooligans hatten die Kölner Innenstadt einen Tag lang in Aufruhr versetzt und die Polizei dominiert. Die Sicherheitskräfte hätten das Potenzial dieser Szene über lange Zeit hinweg unterschätzt, was sich auch darin zeige, dass 2014 von der Zentralen Informationsstelle Sport nur etwa 400 Hooligans deutschlandweit als „gewaltbereit“ eingestuft worden seien. „Da sehe ich bei jedem Heimspielen meines Vereins mehr davon in der Kurve“ bemerkte Sundermeyer zynisch. Er ist bekennender Borussia Dortmund Fan.

Die „Pipi, Hunger, Durst“ – Taktik

Inzwischen habe die Polizei aber auch Erfolge verbuchen können. In Hannover habe die Taktik der Sicherheitskräfte gegriffen und die Hooligans zermürbt. Die Polizeieskorten vom Bahnhof zum Demonstrationsort seien zäh und von langen Wartezeiten geprägt gewesen. Die Standkundgebung sei zudem abgeriegelt worden, sodass sich die HoGeSa-Anhänger nicht frei bewegen konnten. „Wenn sich Pipi, Hunger, Durst einstellen, vergeht den Meisten die Lust sich zu prügeln“ sagte Sundermeyer und hatte die Lacher des Auditoriums auf seiner Seite.

Wenn die Polizei ähnlich systematisch in Erfurt vorgehe, sagte er, sollte der 15. März zu bewältigen sein, auch wenn sich Magdeburger, Dresdener und Leipziger Hooligans als Support für ihre Kollegen von Rot Weiß Erfurt angekündigt haben. Wie viele Rechte zu erwarten wären, sei dennoch schwer vorherzusagen, da Thüringen vor allem über eine rechte Szene abseits des Fußballs verfüge. Eine niedrige vierstellige Zahl an Demonstrationsteilnehmern sei nicht auszuschließen, urteilte Sundermeyer.

Zum Abschluss seines Vortrags kam er zu einem überraschend positiven Fazit: „Ich denke, dass die Zivilgesellschaft gestärkt aus dieser Sache hervorgegangen ist und das Thema jetzt ernst nimmt.“ Bundesweit sei ein Vielfaches an Gegendemonstranten auf die Straße gegangen. „Allein im konservativen Münster haben 8000 Menschen für ein weltoffenes Deutschland demonstriert, ohne dass es da überhaupt eine PeGiDa-Demo gab!“

 

One thought on “Hooligans – Die neue SA?

  1. Ich glaube, das da eine Verwechslung vorliegt, die neue SA sind eindeutig die Antifa. Die schrecken vor nichts zurück selbst Polizeistationen werden gestürmt, Andersdenkende werden ins Krankenhaus geprügelt, Autos werden in brand gesetzt und so könnte ich noch weiter aufzählen. Diese Linksextremen Randalierer werden allen ernstes noch von den Linken Parteien mitfinanziert. In diesen Land gibt es schon lange keine Demokratie mehr und Andersdenkende werden als Nazis verunglimpft, dieses Land verkommt unter dieser Regierung immer mehr.

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