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#plattemachen Thüringen Sampler gegen Rechts

Es ist vollbracht! Zusammen mit regionalen Bands und Vereinen haben die jungen Radiomacher von „Handmade“ im vergangenen halben Jahr einen Sampler für Mitmenschlichkeit und Vielfalt in Thüringen produziert. Auf der CD versammeln sich dreizehn Thüringer Bands und Musiker, die sich mit ihren Songs gegen rechte Gewalt und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit stark machen.

„Der schönste Moment wird es sein, wenn ich zum ersten Mal die fertige CD in den Händen halte, weil dann endlich die ganze Aufregung und Anspannung weg ist“, sagt Ben von Handmade und betont, welch‘ hohes Arbeitspensum hinter ihm und seinem Redaktionsteam seit letztem Sommer liegt. Ein halbes Jahr haben sie zusammen mit regionalen Künstlern einen musikalisch vielfältigen Sampler aufgenommen, versehen mit einer ganz klaren Botschaft. Nicht länger wegsehen, sondern zusammen einstehen für Mitmenschlichkeit, Toleranz und Vielfalt, sich einfach mal ne‘ Platte machen!

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Hier könnt ihr ins Snippet reinhören!

„Wir alle sollten uns ne‘ Platte machen. Jeder sollte seine eigenen Ansichten hinterfragen und sich selbst auch ein bisschen auf Herz und Nieren prüfen, weil es mit der eigenen Toleranz manchmal nicht so gestellt ist, wie man eigentlich denkt“, gibt der Student aus Weimar zu Bedenken. Das dem Publikum der moralische Zeigefinger erspart bleibt, war den Jungredakteuren von Radio F.R.E.I. ebenso wichtig, wie auf der Platte musikalisch und inhaltlich ein breites Spektrum zu präsentieren. Der Elektro-Song „Hungry Men“ von The World Domination beispielsweise, handelt von menschlichen Bedürfnissen, wie Essen oder Sicherheit. Die abgebildeten Lieder wenden sich also nicht ausschließlich gegen rechtes Gedankengut, sondern entstanden allgemein mit der Intention, Vorurteile abzubauen, für einen respektvollen, menschlichen Umgang mit Minderheiten zu werben und auf aktuelle Konflikte hinzuweisen. „Die CD soll Leute erreichen, die erreicht werden müssen, also nicht nur Musikinteressierte. Auch gut, wenn man Gefallen an der Musik findet. Dennoch ist es uns wichtig, junge Leute politisch anzusprechen, ihnen eine Möglichkeit zum Nachdenken zu geben“, fährt Ben fort.

Dreizehn Songs mit einer Gesamtspielzeit von 45 Minuten befinden sich auf der Platte zum Platte machen. Mehr als die Hälfte der Titelliste komponierten die Künstler extra für den Sampler. So ausgefallen die Bandnamen klingen (Kamusi, Skavida, Duerer), so unterschiedlich sind die Stile, die sich auf der Scheibe wiederspiegeln. „Außer Volksmusik haben wir so ziemlich jedes bekannte Genre angerissen. Wir haben Ska, Reggae, Elektrorock, Pop- und Punkrock, Alternative, Heavymetal und Hip Hop mit dabei“, versichert der junge Redakteur stolz.

Das CD-Booklet, das der Erfurter Streetartkünstler Peng gestaltet hat, hält eine weitere Besonderheit bereit: „Zusätzlich zu den Songs finden sich im Booklet Statements der einzelnen Bands. Hier stehen sie wörtlich für das ein, von dem sie singen. Es ist also kein gesichtsloser Sampler, sondern eine Herzensangelegenheit jedes einzelnen“, erzählt Ben weiter.

Das Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit „Denk Bunt“ finanziert den Sampler, der unentgeltlich an Jugendliche weitergeben wird. Außerdem unterstützen regionale Jugendeinrichtungen, Initiativen und Vereine das Projekt. Die Handmader, die es sich mit ihrer wöchentlichen Sendung auf Radio F.R.E.I. zur Aufgabe gemacht haben, die lokale Band- und Musikszene zu supporten, wollen zeitgleich zur CD-Veröffentlichung eine thüringenweite Release-Tour starten. Ziel ist es, bei Konzerten und Infoveranstaltungen in verschiedenen Städten den Sampler kostenfrei an den Mann zu bringen.

Startschuss der Konzertreihe ist am Freitag im Erfurter Café Nerly. Zwei Interpreten von „Mach dir ne‘ Platte“ stehen live auf der Bühne: 7books und Cowboy Bob & Trailer Trash. Einlass ist 19 Uhr, der Eintritt liegt bei 5 Euro.

 

Wir verlosen 5 CDs des Samplers unter allen Facebook und Twitter-Usern, die diesen Beitrag bis Samstag mit dem #plattemachen teilen. 

 

Foto: Handmade Text: Franziska Gutt, 19.01.2016

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